Das Berufsbild des Übersetzers

By |2018-10-17T14:08:49+00:0024/09/18|Categories: Artikel|Tags: , , , |

Was macht ein Übersetzer eigentlich genau?

„Du bist ja Übersetzer… Dann sprichst du sicher acht Sprachen fliessend und übersetzt live bei Verhandlungen und Pressekonferenzen, nicht wahr?“ Das Berufsbild des Übersetzers ist nicht für jedermann gleich klar definiert und es existieren viele Mythen und Halbwahrheiten über den Beruf. Bringen wir also etwas Klarheit in das Berufsbild des Übersetzers.

Was ist ein Übersetzer und was macht er?

Übersetzer sind einfach ausgedrückt Sprachmittler. Üblicherweise beherrschen sie zwei oder mehrere Fremdsprachen und übersetzen verschiedene Texte aus diesen Sprachen in ihre Muttersprache. Wenn wir von Übersetzen reden, sprechen wir daher ausschliesslich von schriftlicher Sprachmittlung. Für alles Mündliche sind nämlich unsere Berufskollegen, die Dolmetscher, zuständig. Übersetzer transferieren also einen fremdsprachlichen Text in ihre Muttersprache und achten dabei auf inhaltliche, sprachliche und stilistische Korrektheit der Übersetzung. Textsortenspezifische Eigenheiten müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Falls notwendig, werden auch kulturelle Unterschiede zwischen den beiden Sprachen sowie länderspezifische Eigenheiten miteinbezogen.

Welche Hilfsmittel benutzt ein Übersetzer?

Es ist ein Mythos, dass ein Übersetzer das ganze Vokabular einer Fremdsprache in seinem Kopf gespeichert hat und niemals zu einem Wörterbuch greift. Dies nicht zuletzt auch aus dem Grund, dass ein Wort in bestimmten Kontexten ganz unterschiedliche Bedeutungen aufweisen kann. Dies gilt es abzuklären, bevor ein Begriff in eine andere Sprache übersetzt wird. Gängige Hilfsmittel eines Übersetzers sind also zum Beispiel Lexika, Fachwörterbücher, das Internet, Terminologie-Datenbanken und CAT-Tools (Software für Computer gestützte Übersetzung).

Wo arbeiten Übersetzer?

Grundsätzlich stellen sich Übersetzer zwei Optionen: das Angestelltenverhältnis oder die Selbständigkeit beziehungsweise Teilselbständigkeit. Festanstellungen finden Übersetzer beispielsweise in der Industrie, in Banken, Versicherungen, Verwaltungen, internationalen Organisationen, Werbeagenturen, Medienunternehmen, Verlagen oder in Übersetzungsagenturen. Einige Übersetzer machen sich auch komplett selbständig oder selbständig im Nebenerwerb, um ein fixes Standbein zu behalten.

Wie werde ich Übersetzer?

In der Schweiz gibt es aktuell drei verschiedene Institutionen, an denen man sich zum Übersetzer ausbilden lassen kann: die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur, die Fakultät für Übersetzen und Dolmetschen (FTI) in Genf und die Höhere Fachschule für Sprachberufe (SAL) in Zürich. In diesen Bildungseinrichtungen wird zukünftigen Übersetzern das notwendige Sprachwissen und technische Knowhow vermittelt, damit sie den Beruf des Übersetzers später professionell ausüben können.

Übersetzungsqualität

By |2018-10-12T08:34:44+00:0022/08/18|Categories: Artikel|Tags: , , , |

Wodurch zeichnet sich die Qualität einer Übersetzung aus?

Übersetzer gibt es wie Sand am Meer. Sie alle bieten ihre Dienstleistungen zu manchmal etwas willkürlich scheinenden Tarifen an und als Kunde fragt man sich, was denn nun wirklich wichtig ist für eine gute Übersetzung? Kann ich vom Preis auf die Qualität der Übersetzung schliessen? Natürlich nicht. Sollte ich das günstigste Angebot für eine Übersetzung nehmen? Wahrscheinlich auch nicht, es sei denn, keiner wird die Übersetzung je zu Gesicht bekommen. Was also macht die Qualität einer Übersetzung aus?

Die Ausbildung zum Übersetzer

Beim Übersetzerberuf handelt es sich um einen ungeschützten Beruf, was bedeutet, dass ihn grundsätzlich jeder ausüben kann, der etwas von Sprachen versteht. Um allerdings einen Beitrag textsorten- und zielgruppengerecht zu übersetzen sowie idiomatisch in der Zielsprache zu formulieren, braucht es bei weitem mehr; im besten Fall einen Hochschulabschluss einer anerkannten Universität oder Fachhochschule. In einem Übersetzerstudium wird einem zudem auch der korrekte Umgang mit Übersetzungssoftware gelehrt, die aus dem Übersetzeralltag wohl kaum noch wegzudenken ist.

Die richtige Sprachversion

Mit Abstand das wichtigste Kriterium für eine qualitativ hochwertige Übersetzung ist, dass der Übersetzer ausschliesslich aus einer Fremdsprache in seine Muttersprache übersetzt. Nur so kann gewährleistet werden, dass er über das sprachliche Fingerspitzengefühl verfügt, das für eine flüssige, idiomatische Übersetzung unerlässlich ist. Die mit Abstand wichtigste Fähigkeit eines Übersetzers ist ohnehin, sich grammatikalisch fehlerfrei und idiomatisch in seiner Muttersprache auszudrücken. Denn verstehe ich zwar die Ausgangssprache, kann den Inhalt aber nicht fehlerfrei und sprachlich korrekt im Zieltext formulieren, entsteht keine flüssige Übersetzung.

Die richtigen Fachgebiete

Ein Übersetzer kann sich grundsätzlich nicht zuletzt aufgrund seiner erhöhten Recherchierkompetenz hervorragend in praktisch jedes Fachgebiet schnell und effizient einarbeiten. Nichtsdestotrotz kann es von Vorteil sein, wenn ein Übersetzer bereits mehrmals im entsprechenden Fachgebiet übersetzt hat, damit verfügt er nämlich über ein höheres Grundverständnis für die Materie, wodurch sich Übersetzungsfehler vermeiden lassen.

Dem aktuellen Übersetzungsmarkt entsprechende Tarife

Ein Übersetzer, der etwas auf seine Arbeit hält, der weiss, dass diese auch etwas kostet. Ist eine Übersetzung zu teuer, müssen Sie genauer hinschauen. Ist sie hingegen zu günstig, liegt der Teufel bekanntlich im Detail. Die Übersetzung wird maschinell hergestellt oder es werden günstige Arbeitskräfte im Ausland beschäftigt, die wiederum nicht über die regionsspezifischen Eigenheiten Bescheid wissen. Somit liegt der Preis, den Sie für eine gute Übersetzung springen lassen sollten, in der Höhe der aktuell geltenden Normen auf dem Übersetzungsmarkt des jeweiligen Landes.