Maschinelle Übersetzung

By |2019-07-25T09:31:36+00:0025/07/19|Categories: Artikel|Tags: , , , , , , , , |

Übersetzen im Wandel der Zeit: das Ende der Branche oder ein ganz neuer Anfang?

Die meisten Übersetzerinnen und Übersetzer reagieren nicht nur positiv auf die Veränderung, die die Digitalisierung mit sich bringt. Gross ist die Befürchtung, dass die maschinelle Übersetzung die Übersetzertätigkeit zu stark verändert oder menschliche Übersetzer irgendwann schlichtweg nicht mehr gebraucht werden. Doch ist dem wirklich so?

Was versteht man unter maschineller Übersetzung?

Maschinelle Übersetzung bedeutet, dass ein Text von einer Maschine beziehungsweise einem Computer aus einer Sprache in eine andere übertragen wird. Aktuell gibt es drei Arten maschineller Übersetzungssysteme: regelbasierte, statistische und neuronale. Während bei regelbasierten Systemen Sprachalgorithmen, Grammatik und Wörterbücher wichtig sind und bei statistischen Systemen grosse Datenmengen analysiert werden, zeichnet sich der neuste und wohl auch spannendste Ansatz, die neuronale maschinelle Übersetzung, dadurch aus, dass die maschinelle Übersetzung über ein grosses Netzwerk verfügt, mit dem sie – gleich wie ein menschliches Gehirn – übersetzen lernt. Als Input erhält die Blackbox eine grosse Menge an zweisprachigen Texten. Diese Daten beziehungsweise Textbausteine werden abgespeichert und stehen später für weitere Übersetzungen zur Verfügung. Gratis-Übersetzungsplattformen wie Google Translate oder DeepL zum Beispiel arbeiten mit diesem Prinzip.

Was taugt die maschinelle Übersetzung und welche Vorteile bringt sie?

Grundsätzlich gilt: Je grösser die Menge an zweisprachigen Texten und je genauer die Thematik des zu übersetzenden Textes mit bereits eingespeisten Übersetzungen übereinstimmt, desto besser wird die maschinelle Übersetzung sein. Über die letzten Jahre konnten bereits deutliche Verbesserungen erzielt werden und die Systeme werden weiterhin intensiv weiterentwickelt.

Heutzutage kann man Texte dank maschineller Übersetzung innert kürzester Zeit von einer Sprache in eine andere übersetzen lassen. Übersetzungen können so immer schneller verfügbar gemacht werden. Zudem bearbeitet die Maschine im Vergleich zum Menschen viel grössere Textvolumina, wodurch die Produktivität entsprechend ansteigt. Durch die Zeitersparnis der maschinellen Übersetzung gegenüber einer menschlichen Übersetzung steigt natürlich auch der Druck auf die Kosten, wodurch die Preise für eine Übersetzung deutlich sinken.

Hat die maschinelle Übersetzung auch Nachteile?

Nicht ganz unberechtigt ist also die Befürchtung einiger Übersetzer, irgendwann von einer herzlosen Maschine ersetzt zu werden. Doch wie so vieles hat auch die maschinelle Übersetzung eine Kehrseite. Um so viele zweisprachige Texte als Übersetzungsbasis zu erhalten, wird der Datenschutz meist komplett vernachlässigt. Texte, die auf irgendwelche Online-Plattformen hochgeladen werden, landen im Netz und können später von jedem beliebigen Menschen auf der Welt eingesehen werden. Im Vergleich zu menschlicher Übersetzungsleistung wurde zudem festgestellt, dass die maschinelle Übersetzung gerade im Hinblick auf kohärente Übersetzungen noch stark hinterherhinkt. Das heisst, die Maschine übersetzt Satz für Satz und achtet dabei (noch) nicht auf den Zusammenhang. Dadurch entstehen sehr viele Fehler in den Bereichen Grammatik, Satzbezug und Terminologie. Gerade Fachterminologie wird zumeist nicht konsistent verwendet und so finden sich in einem Text oft zehn verschiedene Begriffe für das gleiche Objekt. In technischen Branchen führt dies zu grosser Verwirrung und ist daher äusserst unerwünscht. Kreative Texte stellen die maschinelle Übersetzung schliesslich vor ein schier unlösbares Problem, denn es gibt kaum vergleichbare Texte – jeder Text ist anders. Humor, Metaphern oder Ironie werden von der Maschine nicht erkannt, wodurch wenig sinnvolle Textpassagen entstehen. Wird die Maschine aus Versehen mit fehlerhaften zweisprachigen Texten gefüttert, ist es so gut wie unmöglich, die Fehler wieder zu beseitigen. Die Maschine funktioniert nämlich wie eine Blackbox.

Inwiefern verändert die Digitalisierung den Übersetzerberuf?

Schliesslich stellt sich auch noch die Frage, inwiefern der Übersetzerberuf durch diese Maschinenleistung verändert wird. Werden wir in Zukunft nie mehr einen Text von Anfang an übersetzen? Die maschinelle Übersetzung ist zu weit fortgeschritten, als dass wir ihre Existenz leugnen könnten. Allerdings ist sie noch lange nicht so gut, dass wir Übersetzer schon morgen auf der Strasse stünden. Einzig unser Berufsfeld wird sich stark verändern. Schon heute sind Pre- und Post-Editing Themen jeder Übersetzerausbildung. Sie stehen für die Vor- oder Nachbearbeitung einer maschinellen Übersetzung. Diese Bearbeitungsformen sind angesichts der noch mangelnden Qualität der maschinellen Übersetzungen heute wie auch in Zukunft stark notwendig. Dadurch wird der heutige Übersetzer schleichend zum Post- und Pre-Editor. Durch die maschinelle Übersetzung wird zwar meiner Meinung nach die Effizienz gesteigert, aber es geht auch sehr viel verloren, was den Übersetzerberuf so einzigartig macht. Die Arbeit eines Übersetzers wird durch maschinelle Übersetzung eintöniger, denn er muss nur noch beurteilen, ob die Übersetzung so korrekt ist oder ob er eine Korrektur anbringt. Das selbstständige kreative Produzieren von Text und Gedanken geht leider komplett verloren. Einige finden das gut – andere weniger. Ich zähle mich definitiv zu letzteren.

Wie Sie einen Übersetzer auf die Palme bringen

By |2019-05-17T05:56:44+00:0017/05/19|Categories: Artikel|Tags: , , , |

Wenn Übersetzer ehrliche Antworten auf Übersetzungsanfragen geben würden

Der Kunde ist König, keine Diskussion. Selbst dann, wenn Kunden von uns das Unmögliche haben möchten, finden wir einen Weg, ihnen genau das zu geben, was sie sich wünschen. Wir sind nämlich nicht nur Übersetzer, sondern auch Marathon-Läufer, Projektleiter, wandelnde Wörterbücher und schneller als Google Translate. Naja, das zwar nicht, aber sicherlich wesentlich besser. Mit welchen Fragen Sie uns Übersetzer auf die Palme bringen, erfahren Sie hier – in diesem, nicht ganz so ernst gemeinten, Artikel.

«Unser Marketingleiter hat diese Dokumentation mit 130 Seiten erstellt. Können Sie das schnell korrigieren?»

Können ja, die Frage ist nur, was Sie unter «schnell» verstehen… Durchschnittlich korrigieren wir circa 8 Normseiten pro Stunde, also bräuchten wir dafür sicherlich um die 16 Stunden. Ist das schnell genug? Unterschätzen Sie den Aufwand für Ihr Projekt nicht, wir Übersetzer sind meist Einzelpersonen und keine ganze Fussballmannschaft.

«Sie sagten, Sie seien Übersetzer. Und Sie sprechen nur drei Fremdsprachen?»

Das ist richtig. Und wahrscheinlich sind das drei mehr, als die meisten von uns sprechen. Nein, wir sind keine Sprachenmonster, wie viele denken. Aber die Sprachen, die wir sprechen, sprechen wir sehr gut.

«Was bedeutet dieses Wort?»

Wenn man uns ein Wort in einer Fremdsprache nennt, kommen uns meist mehrere Bedeutungen davon in den Sinn. Wir könnten diese nun alle aufzählen oder aber Sie geben uns einfach etwas mehr Kontext als nur ein einzelnes Wort, dann könnten wir das Wort sicherlich treffsicherer übersetzen… Schicken Sie uns einen ganzen Text oder einen Textabschnitt, dann wissen wir schneller Bescheid, worum es geht und welche Wortbedeutung die passendste ist.

«Ich hatte ein wenig Spanisch in der Schule und möchte nun auch Übersetzer werden, können Sie mir helfen, Kunden zu finden?»

Wahrscheinlich werden Sie und ich nach so einer Aussage nicht mehr die besten Freunde sein, denn es gibt definitiv einen Grund, weshalb Übersetzer ihr Handwerk an einer Fachhochschule / Universität erlernen sollten… (Memo an mich selbst: ein Plädoyer darüber verfassen, weshalb die Berufsbezeichnung Übersetzer zurecht geschützt werden sollte.)

«Sie verlangen 500 Franken für die paar Seiten Text? Da benutze ich lieber GoogleTranslate.»

Kein Problem, machen Sie das. Qualität hat nun mal seinen Preis, Google Translate hingegen ist gratis. Vielleicht kommen Sie dann ja auf mich zurück, wenn Sie in der maschinellen Übersetzung vergeblich nach dem Sinn suchen…

«Wieso dauert denn die Übersetzung so lange? Das Dokument hat doch nur 30 Seiten…»

30 Seiten enthalten ungefähr 15’000 Wörter. Im Durchschnitt übersetzt ein Übersetzer pro Stunde 300 Wörter (je nach Fachlichkeitsgrad des Textes), also wären das insgesamt um die 50 Stunden reine Arbeitszeit. Würde man pro Tag 8 Stunden übersetzen, wäre man mehr als 6 Tage beschäftigt. Und sehr wahrscheinlich hat Ihr Übersetzer auch noch ein paar andere Übersetzungen in seinem Terminkalender, die er erledigen muss. Kalkulieren Sie insbesondere für eine umfangreichere Übersetzung genügend Zeit ein.

«Wir müssen ein vertrauliches Dokument übersetzen, das wir Ihnen aber leider nicht vorab zusenden können. Wie viel kostet die Übersetzung dieser Datei?»

Haben Sie schon einmal ein Auto gekauft, ohne vorher unter die Haube geschaut oder eine Probefahrt gemacht zu haben? Na also…

«Wir wollen unsere Webseite übersetzen, es sind ungefähr 80 einzelne Seiten, die genaue Wortanzahl weiss ich aber leider nicht. Können Sie uns eine Offerte machen?»

Es ist mir eine Ehre, stundenweise Copy/Paste zwischen Ihrer Webseite und einem Word-Dokument zu machen, um schliesslich die Anzahl Zeichen zu erhalten, Ihnen darauf basierend eine Offerte zu erstellen und dann teilen Sie mir am Ende mit, dass Ihr Budget für die Übersetzung bedauerlicherweise doch nicht ausreicht…

 

PS:

Generell verbringen wir Übersetzer unsere Zeit lieber mit einem Laptop irgendwo in der Karibik UNTER einer Palme und nicht auf der Palme… Also seien Sie bitte nett zu uns! 🙂 Stellen Sie uns eine klare, genaue und zeitlich realistische Anfrage und Sie erhalten Ihre Übersetzung noch, bevor Sie auf «Senden» geklickt haben.

Qualitätssicherung in SDL Trados

By |2019-03-22T07:55:42+00:0022/03/19|Categories: Artikel|Tags: , , , , , |

Wie kann ich die sprachliche Qualität einer Übersetzung mithilfe eines CAT-Tools sicherstellen?

Computer-Aided-Translation-Tools (CAT-Tools) sichern nicht nur die Konsistenz (Terminologie, ganze Satzbauteile) innerhalb einer Übersetzung, sie können auch hilfreich für die formale sprachliche Überprüfung einer Übersetzung sein. Mittels sogenannter Qualitätssicherungsprüfungen (QA Checker) werden doppelte Leerzeichen, fehlende Satzzeichen, vom Ausgangstext abweichende Zahlen und vieles mehr automatisch ausfindig gemacht und es wird darauf hingewiesen, sodass der Fehler schnell korrigiert werden kann. Wo ein menschliches Auge schon mal versagt, springt die Software ein.

Funktionen im QA Checker von SDL Trados Studio

Mit dem QA Checker können in Trados verschiedene Überprüfungen realisiert werden: Die Segmentüberprüfung vergleicht zum Beispiel die Ausgangssegmente mit den Zielsegmenten im Hinblick auf erhebliche Unterschiede in der Länge. Dadurch wird vermieden, dass ganze Satzteile nicht übersetzt oder aber viel zu ausschweifend übersetzt werden, was vielleicht unerwünschte Layoutveränderungen bewirken könnte. Wird die Übersetzung auf Inkonsistenzen geprüft, so ermittelt das Tool, ob zwei identische Ausgangssegmente zweimal unterschiedlich übersetzt wurden oder es markiert wiederholte Übersetzungen. Schliesslich kann mit dem QA Checker auch die Interpunktion überprüft werden, also beispielsweise ob es Abweichungen in den verwendeten Satzzeichen in Ausgangs- und Zielsegment gibt und vieles mehr. Schnell ist es passiert, dass die Jahrzahl im Ausgangstext nicht mit der Jahrzahl in der Übersetzung übereinstimmt. Dies kann verhindert werden, indem das Tool automatisch sämtliche Zahlen, die vorkommen, abgleicht und meldet, falls es Abweichungen gibt. Hat ein Kunde eine Liste von Wörtern mitgeliefert, die auf keinen Fall verwendet werden dürfen? Auch dann ist der QA Checker nützlich, denn er prüft den gesamten Text auf das Vorkommen dieser Termini. Schliesslich gibt es noch die Prüfung, ob definierte reguläre Ausdrücke (Wortmuster) vorkommen, ob Trademark-Zeichen übersetzt wurden und ob Dateien zu lang sind.

Vorteile der Qualitätssicherung in der Übersetzungssoftware

Die Vorteile einer solchen Qualitätsprüfung liegen auf der Hand. Es muss kaum Zeit für die Prüfung solcher formalen Textaspekte aufgewendet werden. Die Zeit wird somit besser für die inhaltliche Prüfung der Übersetzung genutzt, wofür das Tool ja gelinde gesagt nutzlos ist. Natürlich kann ich auch in Word eine Prüfung auf alle diese Aspekte vornehmen, doch dies muss mühsam manuell erfolgen. Sprich, es benötigt viel mehr Zeit. Zeit, in der man bereits den nächsten Auftrag bearbeiten könnte. QA Checker hilft also vor allem in zwei Punkten: Effizienz und formale Qualität beim Übersetzen.

Neuerungen in SDL Trados Studio 2019

Für Trados-Nutzer gibt es mit dem Release 2019 zwei Neuerungen: sprachspezifische Einstellungen für den QA Check und mehr Kontrolle/Übersicht beim QA-Prüfbericht. Unter Projekteinstellungen können neu spezifische Einstellungen für alle in der Software benutzten Sprachpaare vorgenommen werden; also z. B. eine Prüfung der spanischen Satzzeichen (und zwar nur in der entsprechenden Sprachversion, in allen anderen Sprachversionen wird es nicht beachtet). Diese Neuerung unterstützt wiederum die Effizienz, da Zusatzeinstellungen nicht für jedes Sprachenpaar neu konfiguriert werden müssen. Die zweite Neuerung betrifft den QA-Prüfbericht. Im Editor (Bearbeitungsmodus der Übersetzung) kann über die Batch-Tasks und «Dateien prüfen» ein QA-Bericht erstellt werden. In diesem Bericht werden dann neu für jeden Fehler sowohl Ausgangs- als Zielsegment aufgeführt. Mit einem einzigen Klick auf einen Fehler springt die Software direkt ins entsprechende Segment der Übersetzung, sodass der Fehler innert kürzester Zeit behoben werden kann.

Mehr Informationen zum CAT-Tool SDL Trados Studio: www.sdl.com

Freelancer oder Agentur

By |2018-11-23T07:28:09+00:0023/11/18|Categories: Artikel|Tags: , , , , , |

Freelance-Übersetzer oder Agentur: Welche Zusammenarbeit lohnt sich?

In der Übersetzungsbranche gibt es zwei gängige Optionen, einen Text von einer Sprache in eine andere übersetzen zu lassen: über einen Freelance-Übersetzer oder eine Übersetzungsagentur. Doch welche Variante ist die beste für Sie als Kunde? Die Entscheidung, ob man einen Auftrag an einen Freelancer oder an eine Agentur gibt, hängt von zahlreichen Faktoren ab.

In wie viele Sprachen soll der Text übersetzt werden?

Benötigen Sie Ihren Text in nur einer weiteren Sprache, dann könnte sich die Zusammenarbeit mit einem Freelancer auszahlen. Ein freiberuflicher Übersetzer übersetzt üblicherweise aus einer oder mehreren Fremdsprachen in seine Muttersprache. Selbst wenn Sie einen Text in zwei Sprachen brauchen, könnte sich die Zusammenarbeit mit einem Freelance-Übersetzer immer noch lohnen, da er vielleicht auf einen Berufskollegen mit der gewünschten Zielsprache zurückgreifen kann. Bei deutlich mehr Sprachversionen wird die Kommunikation jedoch bedeutend komplexer und die Zusammenarbeit mit Übersetzungsagenturen somit attraktiver. Üblicherweise verfügen diese über eine grosse Datenbank an freiberuflichen Übersetzern, die natürlich alle ganz verschiedene Sprachkombinationen anbieten. Damit erhalten Sie alle Übersetzungen aus einer Hand.

Wie schnell brauche ich die Übersetzung?

Ein einzelner Übersetzer übersetzt circa 1000 Wörter pro Tag (je nach Fachgebiet mehr oder weniger) und viele freiberufliche Übersetzer bieten auch Express-Übersetzungen an. Das alleine ist also kein Kriterium für oder gegen die Zusammenarbeit mit Freelancern. Müssen Sie allerdings ein grosses Textvolumen innert weniger Stunden übersetzt haben, sollten Sie mit dem Freelancer abklären, ob er die notwendigen Kapazitäten dafür hat. Ist das Volumen innerhalb der kurzen Zeit schlichtweg nicht zu schaffen, dann sind Sie mit einer Agentur gut beraten. Diese kann das Textvolumen auf mehrere Übersetzer aufteilen. Einziger Nachteil dabei: Es können starke Unterschiede im Schreibstil auftreten.

Wie wichtig ist mir Einheitlichkeit der Übersetzung?

Wird eine Übersetzung von einer Übersetzungsagentur auf mehrere Freiberufler aufgeteilt, leidet natürlich zwangsläufig die Konsistenz innerhalb der Übersetzungen. Zudem kann es Unterschiede im Stil geben. Beauftragen Sie von Anfang an einen Freelance-Übersetzer mit der Übersetzung, können Sie hingegen auf Einheitlichkeit im Stil sowie auf Konsistenz zählen.

Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus?

Im Krankheitsfall oder bei Ferienabwesenheiten kann in einer Agentur ein anderer Übersetzer einspringen. Ein Freelancer hat diesbezüglich beschränkte Kapazitäten, kann aber allenfalls auf Berufskollegen ausweichen, wenn er mal krank oder in den Ferien ist. Eine gute Organisation ist alles.

Wie viel Budget kann ich aufwenden?

Freelancer sind in der Regel günstiger als Agenturen, denn Sie müssen keine zusätzlichen Arbeitskräfte wie Projektmanager usw. bezahlen. Haben Sie also genügend Zeit aber ein beschränktes Budget, dann lohnt sich der Aufwand, sich selbst einen zuverlässigen Freiberufler zu suchen, mit dem Sie langfristig zusammenarbeiten können. Muss es hingegen sehr schnell gehen und steht das Budget eher im Hintergrund, können Sie sich natürlich auch an eine Agentur wenden.

Wie soll der Kontakt zum Dienstleister aussehen?

Mögen Sie eine direkte Kommunikation und wollen Sie den Dienstleister bei Fragen direkt kontaktieren? Dann entscheiden Sie sich am besten für einen Freelance-Übersetzer. Er ist für die ganze Übersetzung Ihre direkte Ansprechperson, steht Ihnen für Fragen, Feedback oder Kritik jederzeit zur Verfügung. Spezifische Wünsche zur Übersetzung können Sie ihm 1:1 durchgeben. Bei einer Übersetzungsfirma ist Ihr Ansprechpartner üblicherweise ein Projektmanager. Dieser ist das Bindeglied zwischen den einzelnen freiberuflichen Übersetzern und Ihnen als Kunde; er übermittelt Ihre Anweisungen an den Übersetzer und steht Ihnen für Fragen, Feedback und Kritik zur Verfügung. Der fehlende direkte Kontakt zum Übersetzer kann manchmal zu Verzögerungen führen, denn alles geht immer über eine Drittperson.

Computer Aided Translation

By |2018-11-02T10:07:54+00:0019/10/18|Categories: Artikel|Tags: , , , , |

Welche Vorteile bringen CAT-Tools beim Übersetzen?

Computer Aided Translation (CAT) bezeichnet die Tatsache, dass ein Computer einen Übersetzer dabei unterstützt, einen Text von einer Sprache in eine andere zu übersetzen. Es gibt zahlreiche verschiedene CAT-Tools auf dem Markt und das nicht ohne Grund, denn Übersetzungssoftware bringt einem Übersetzer ein paar entscheidende Vorteile.

Termdatenbank: die konsistente Verwendung korrekter Fachterminologie

In einem CAT-Tool können in einer sogenannten Termdatenbank verschiedene Begriffspaare (für die zu übersetzenden Sprachen) im Voraus eingespeichert werden, damit sie später beim Übersetzen zur Verfügung stehen. Dadurch wird gewährleistet, dass ein Begriff im ganzen Text immer gleich übersetzt wird. So wird vermieden, dass in der Industrie beispielsweise ein und dasselbe Maschinenteil unterschiedlich bezeichnet wird. Nicht selten kommt es nämlich durch unklare Begrifflichkeiten zu unnötigen Fragen und damit zu Produktionsverzögerungen. Gerade für grosse Firmen ist es zudem sehr wichtig, dass immer die gleiche Terminologie verwendet wird, denn nicht zuletzt steht eine konsistente Terminologie auch für die Firmenreputation.

Translation Memory: Identische Sätze werden konsistent übersetzt

Kommt ein Satz mehrmals in der Übersetzung vor, ist es wichtig, dass er immer gleich übersetzt wird. Das schafft für den Leser eine gewisse Einheitlichkeit und stärkt das Vertrauen, dass korrekt und sorgfältig gearbeitet wurde. CAT-Tools unterstützen den Übersetzer in der Konsistenz von ganzen Passagen, indem übersetzte und bestätigte Segmente automatisch vorgeschlagen werden, wenn sie in gleicher oder ähnlicher Form nochmals erscheinen. Im Translation Memory werden diese Segmente abgespeichert und stehen jederzeit zur Verfügung.

Formatierung: Der Kunde erhält den Text im gleichen Format zurück

Um den Aufwand für den Endkunden zu minimieren, verfügt ein CAT-Tool über die Funktion, dass ein eingespeister Text im selben Format wieder ausgegeben wird. So müssen weder der Übersetzer noch der Kunde unnötige Zeit dafür aufwenden, die Übersetzung in das richtige Format zu packen, denn das übernimmt alles die Software.

Segmentierung zur Vermeidung von Auslassungen und Nicht-Übersetzungen

Ohne CAT-Tool kann es schon mal vorkommen, dass man einen Satz oder ein Wort übersieht und in der Folge nicht übersetzt. Durch die fortlaufende Unterteilung des Textes in einzelne kurze Segmente von jeweils einem Satz wird dieser Tatsache entgegengewirkt. Wenn etwas fehlt, fällt es so direkt auf.